Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat im Streit um das Geschäftsgebaren seines Konzernimperiums einen Rückschlag erlitten.

Ein Mailänder Berufungsgericht ordnete an, dass Berlusconis Holding Fininvest dem Rivalen CIR einen Ausgleich von 560 Millionen Euro zahlen muss. Hintergrund ist eine 20 Jahre zurückliegenden Übernahmeschlacht um den Verlag Mondadori zwischen dem Fininvest-Konzern und der CIR-Holding.

Berlusconi wurde in dem Ringen um den einflussreichen Verlag vom römischen Berufungsgericht  1991 die Kontrolle über Mondadori zugesprochen. 1997 hatte ein Gericht jedoch geurteilt, dass der damalige Richterspruch "gekauft" worden war - Berlusconi wurde wegen Verjährung jedoch nie dafür belangt.

Es ist nicht das erste Verfahren zwischen Finivest und CIR: In erster Instanz war Fininvest im Oktober 2009 zur Zahlung von 750 Millionen Euro an die Holding von Berlusconis Erzrivalen Carlo De Benedetti verurteilt worden. Damit sollte De Benedetti für das gekaufte Urteil entschädigt werden, de Benedetti gehören unter anderem die Tageszeitung La Republica und das Wochenmagazin L'Espresso, die zu den wenigen regierungskritischen Medien in Italien gehören.

Nach einem Einspruch der Fininvest-Holding, die Italiens größten Privatsender Mediaset kontrolliert, verringerte das Gericht die Summe auf 560 Millionen Euro.

Berlusconi hatte erst am Dienstag nach heftiger Kritik eine Maßnahme für das in der vergangenen Woche verabschiedete milliardenschwere Sparpaket gestrichen. Berlusconi wollte erreichen, dass Ausgleichssummen von mehr als 20 Millionen Euro erst nach einem abschließenden Urteil gezahlt werden müssen. Der zunehmend geschwächte Regierungschef hatte die entsprechende Vorlage in ein Paket von Haushaltsgesetzen integriert. Mangels Unterstützung seiner Koalitionspartner musste er aber zurückrudern.

Gegen das jüngste Urteil wird Berlusconis Konzern Einspruch einlegen. "Wir sind sicher, dass wir im Recht sind", sagte Berlusconis Tochter Marina, die dem Fininvest-Aufsichtsrat vorsteht.