Den Managern der Deutschen Bank sind die Staatsanleihen der Schuldenstaaten in Südeuropa nicht mehr geheuer. In Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien habe die Bank das Verlustrisiko aus Investitionen in Staatsanleihen im ersten Halbjahr 2011 um 70 Prozent auf 3,67 Milliarden Euro reduziert, sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Zu diesem Zweck hat die Bank vor allem Kredite an den italienischen Staat hat mit Ausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) abgesichert.

In Italien stand das Institut Ende Juni nur noch mit 997 Millionen Euro im Risiko. Sechs Monate früher waren es noch mehr als acht Milliarden Euro gewesen. Die italienischen Staatspapiere hat die Deutsche Bank nach eigenen Angaben überwiegend von der Postbank geerbt, die sie im Dezember mehrheitlich übernommen hatte.

Der Abbau der Staatsanleihen bedeute jedoch keine neue Haltung im operativen Geschäft in Italien, wo die Deutsche Bank zahlreiche Filialen betreibt. "Wir stehen voll zum italienischen Markt und sind zuversichtlich, dass unser Geschäft dort weiter wächst", sagte ein Sprecher. Die Bank legt Wert darauf, dass der Abschluss von CDS nicht als Rückzug aus den Krisenländern gewertet wird.

Risiko in Spanien und Griechenland reduziert

Auch ihre Investitionen in spanische Staatsanleihen hat die Deutsche Bank im ersten Halbjahr auf 1,07 Milliarden Euro mehr als halbiert. Zudem musste das Institut im abgelaufenen Quartal erste Abschreibungen über 155 Millionen Euro auf griechische Staatsanleihen vornehmen. Weitere Wertberichtigungen werden folgen, denn die erst in der vergangenen Woche vereinbarte Beteiligung des Privatsektors am zweiten Rettungspaket für Griechenland sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten.

Die meisten Griechenland-Anleihen hält die Bank aber ohnehin im Handelsbuch, wo sie stets mit dem Marktwert angesetzt werden müssen. Durch die Abschreibung und das Auslaufen von Staatsanleihen sank der von der Bank investierte Betrag im ersten Halbjahr von 1,6 auf 1,15 Milliarden Euro. Verkauft habe die Deutsche Bank – wie versprochen – nichts, hieß es.

Die Euro-Schuldenkrise bremst die Deutsche Bank kaum auf ihrem Rekordkurs. Zwar machten ihr die Turbulenzen im Handelsgeschäft zu schaffen. Doch das konnte der Konzern dank der zugekauften Postbank und eines stärkeren Privatkundengeschäfts ausgleichen. Den vorgelegten Zahlen zufolge verdiente der Dax-Konzern im zweiten Quartal unter dem Strich rund 1,2 Milliarden Euro.