Das US-Justizministerium will die geplante Übernahme der Telekom-Tochter T-Mobile durch den US-Konzern AT&T blockieren. Die Übernahme sei wettbewerbsrechtlich bedenklich, teilte das Ministerium mit. Das Justizministerium reichte Klage gegen die Übernahme ein. Damit liegt der komplette Fall nun vor einem Gericht in Washington.

"Wir wollen das Geschäft blockieren, um den Wettbewerb zu sichern", sagte James Cole vom Justizministerium. Mit T-Mobile würde ein "aggressiver Spieler" vom Markt verschwinden, der in der Vergangenheit geholfen habe, die Preise niedrig zu halten, begründete Cole die Blockade.

Die Klage ist für die Telekom brisant, weil das Ministerium zusammen mit der Regulierungsbehörde FCC dem Verkauf zustimmen muss, damit er zustande kommt. Die FCC teilte mit, noch keine Entscheidung getroffen zu haben.

Die Aktie der Deutschen Telekom verlor in einer ersten Reaktion acht Prozent, auch AT&T büßte mehr als fünf Prozent ihres Wertes ein. Dagegen konnte der kleinere US-Rivale Sprint um fast acht Prozent zulegen. Sprint gilt als größter Verlierer, sollte die Fusion durchgehen.

AT&T hatte im März angekündigt, T-Mobile für 39 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) übernehmen zu wollen. Die Amerikaner wollten zehn Milliarden Euro des Kaufpreises in eigenen Aktien bezahlen. Die Telekom wäre damit zum größten Minderheitsaktionär von AT&T geworden.

In den USA gibt es aber starken Widerstand gegen den Kauf. Politiker warnen vor einer Einschränkung des Wettbewerbs und höheren Preisen für die Verbraucher. Durch den Kauf von T-Mobile würde AT&T – momentan die Nummer zwei nach Verizon – zur neuen Nummer eins in den USA aufsteigen.

Schon seit Monaten formiert sich der Widerstand in mehreren US-Bundesstaaten. Nach der Übernahme würden von vier landesweiten Mobilfunkanbietern nur noch drei übrig bleiben. Selbst das am Mittwoch geäußerte Versprechen von AT&T, nach der Übernahme 5.000 Call-Center-Jobs aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten zu verlagern, scheint die Kartellwächter nicht überzeugt zu haben.