Die Deutsche Bahn hat nach einem Spitzentreffen mit Regierung und Industrie vor Zugausfällen und Verspätungen im Winter gewarnt. Aufgrund fehlender Reservezüge werde der Fahrplan im Winter erneut "eine extreme Herausforderung", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. "Die Zugverfügbarkeit, Robustheit und Liefertreue muss wesentlich verbessert werden", sagte er - und bezog sich damit auf Verzögerungen in der Auslieferung von Regional- und Fernzügen. Grube kündigte an, die Bahn werde wegen der Verzögerungen Vertragsstrafen bei den Herstellern geltend machen. "Ich sehe es nicht mehr ein, dass sich unsere Mitarbeiter dafür beschimpfen lassen müssen."

Zu dem Spitzentreffen hatte das Ministerium Bahn-Chef Grube, Vertreter der Zug-Herstellerfirmen Siemens und Bombardier sowie den Präsidenten des Eisenbahnbundesamtes, Gerald Hörster, eingeladen. Verkehrsminister Peter Ramsauer hatte im Vorfeld gefordert, die Bahn müsse für diesen Winter gerüstet sein. Dafür brauche sie schneller mehr Züge auf den Gleisen.

Der Bahn mangelt es an Reservezügen

Die Bahn hatte im Personenverkehr im vergangenen Winter erhebliche Probleme, da es ihr unter anderem bei schwierigen Wetterbedingungen an Reserven mangelt. Die Bahn hat zahlreiche neue Züge bestellt, geliefert werden sie aber nicht rechtzeitig für diesen Winter.

Laut Ramsauer sind beim Hersteller Bombardier 90 Nahverkehrszüge bestellt, deren Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt aber noch ausstehe. Sie sollten eigentlich bereits Ende 2009 im Einsatz sein. Auch bei den neuen ICE-Zügen von Siemens gebe es Verzögerungen. Die ersten 13 ICE-3 werden laut Grube erst im kommenden Jahr ab Oktober oder November zur Verfügung stehen.

Außerdem muss die Bahn die Achsen von ICE-Zügen deutlich häufiger in der Werkstatt prüfen lassen, nachdem ein ICE im Kölner Hauptbahnhof einen Achsenbruch hatte. Ab November sollen nun in jedem Zug die Achsen durch neue getauscht werden, um die Prüfintervalle wieder zu verlängern.