Ein schwedisches Gericht hat den Antrag des vor der Pleite stehenden Autobauers Saab auf Gläubigerschutz abgelehnt. Damit dürfte das Aus der Traditionsmarke besiegelt sein. Saab konnte seit drei Monaten die Löhne und Gehälter der 3.700 Beschäftigten nicht mehr auszahlen. Die Produktion des Werkes in Trollhättan steht seit April wegen unbezahlter Rechnungen von Zulieferern weitgehend still.

Das Amtsgericht im westschwedischen Vänersborg begründete die Ablehnung des Antrags damit, dass das Unternehmen kein glaubwürdiges Konzept für eine dauerhafte Sanierung vorgelegt habe. Bereits ein vorangegangenes Programm unter dem früheren Eigentümer General Motors sei nicht erfolgreich gewesen.

Der Eigentümer von Saab, Swedish Automobile, hatte Gläubigerschutz beantragt, um das Unternehmen durch einen freiwilligen Restrukturierungsprozess retten zu können. Als einzige Hoffnung auf eine dauerhafte Rettung galten knapp 250 Millionen Euro, die zwei chinesische Autounternehmen zugesagt hatten.

Garantiefonds soll Arbeiter auszahlen

Nach der Ablehnung des Antrags auf Gläubigerschutz gilt ein Insolvenzantrag von Seiten der Gewerkschaften als wahrscheinlich. Danach könnten die aufgelaufenen Löhne und Gehälter durch einen staatlichen Garantiefonds ausgezahlt werden.

Am Dienstag hatte Saab eine Halbjahresbilanz mit einem hohen Minus von 201,5 Millionen Euro vor Steuern vorgelegt. Nur 13.000 ihrer PS-starken Oberklassewagen konnten die Schweden in dieser Zeit absetzen.

Der dem Gericht vorgelegte Sanierungsplan prognostizierte Gewinne bereits wieder 2013 bei etwa 100.000 verkauften Autos. Dies hatte die schwedische Presse als "völlig unrealistisch" (Dagens Nyeter) und "Überschätzung der Anziehungskraft von Saab" (Dagens Industri) bezeichnet.