Frankreich muss als Ergebnis der Stresstests alle seine 58 Atomkraftwerke aus Sicherheitsgründen nachrüsten. Ein 500 Seiten starker Bericht der nationalen Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN) ergab, dass die Meiler nicht ausreichend gegen Naturkatastrophen, den Ausfall von Elektrizität oder des Kühlsystems geschützt sind.

Der Schutz der wichtigsten Funktionen der Meiler müsse erhöht werden, in solchen Fällen ein Unglück zu verhindern, sagte der Chef Instituts, Jacques Repussard. Er übergab den Report über die Belastungstests der Atomaufsicht ASN. Diese soll bis Ende des Jahres auf dieser Basis Empfehlungen für die Regierung ausarbeiten.

Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im Frühjahr hat Frankreich zu den Stresstests veranlasst. Deutschland hat als Reaktion auf Fukushima den Atomausstieg beschlossen.

Wie kaum ein anderes Land in Europa setzt der deutsche Nachbar auf Atomkraft. Die ältesten Atomkraftwerke Frankreichs wurden zweigeteilt gebaut, sodass beim Ausfall eines Reaktors die Infrastruktur des zweiten genutzt werden könnte. "Es wurde aber nie angenommen, dass es in beiden Reaktoren gleichzeitig Probleme geben könnte", sagte der Repussard.

Künftig solle jeder Reaktor über einen eigenen Dieselgenerator verfügen, der bei einer Naturkatastrophe nicht ausfalle. Alle Reaktoren müssten deutlich mehr aushalten können als damals bei ihrem Bau angenommen.

Wie viel die nötigen Aufrüstungen den Betreiber aller 58 französischen Atomkraftwerke, EDF, kosten, blieb offen. Repussard sagte, er hoffe, dass die Arbeiten "nicht länger als einige Jahre dauern".

Kein Reaktor müsse wegen der Testergebnisse schließen. Dennoch sank der Wert der EDF-Aktien um mehr als drei Prozent.