Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gibt schon nach wenigen Monaten seinen Posten beim Pharmakonzern Merck auf. "Herr Mappus hat um die Auflösung seines Vertrages bis zum Ende des Jahres gebeten. Wir bedauern dies sehr", sagte ein Unternehmenssprecher. Mappus war erst am 1. September bei Merck eingestiegen und sollte ab März 2012 das Geschäft in Brasilien leiten.

Der 45-Jährige begründete seinen Schritt mit der anhaltenden Kritik am 2010 von ihm eingefädelten milliardenschweren Wiedereinstieg des Landes Baden-Württemberg beim Energiekonzern EnBW. "Die zumeist diffamierenden Angriffe und Verleumdungen gegen meine Person und die von mir geführte Landesregierung im Zusammenhang mit dem Einstieg des Landes bei der EnBW erfordern eine angemessene Reaktions- und Wehrfähigkeit meinerseits", sagte Mappus den Stuttgarter Nachrichten. Er bedaure den Schritt sehr und danke Merck für Vertrauen und Verständnis.

Mappus hatte Ende 2010 als Ministerpräsident den Rückkauf von EnBW-Anteilen durch das Land maßgeblich vorangetrieben. Das Geschäft über fünf Milliarden Euro wurde ohne Zustimmung des Landtags vollzogen. Der Staatsgerichtshof hatte dies jüngst als verfassungswidrig eingestuft. Mappus hatte sich auf einen Notstand berufen. Seiner Ansicht nach hätte eine Information des Parlaments das Geschäft gefährdet. In der Folge war der ehemalige Finanzminister und zwischenzeitliche Landtagspräsident, Willi Stächele (CDU), zurückgetreten.