Sieben Investmentfonds wollen mit einer neuen Klage gegen den Autohersteller Porsche Schadensersatzansprüche in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro geltend machen. Diese Schäden hätten sie bei dem gescheiterten Übernahmeversuch der Volkswagen AG durch Porsche im Jahr 2008 erlitten, hieß es in der Mitteilung einer Frankfurter Kanzlei.

Bei der Klage geht es vor allem darum, dass Porsche Informationen verheimlicht haben und dann mit der plötzlichen Veröffentlichung eine extreme Kurssteigerung durch Eindeckungskäufe ausgelöst haben soll. Die Klage wirft der Porsche-Holding laut Mitteilung vor, sie habe "den Preis der VW-Stammaktien kontrolliert, indem sie heimlich Optionspositionen aufbaute, die nahezu die gesamten frei handelbaren VW-Stammaktien erfassten".

Das Unternehmen hatte versucht, den viel größeren VW-Konzern zu übernehmen und im Verlauf elf Milliarden Euro Schulden angehäuft. Inzwischen hat sich die Situation umgekehrt: Porsche soll als eigene Marke vollständig in den VW-Konzern integriert werden. Die ursprüngliche Fusionslösung rückt aus rechtlichen Gründen jedoch in immer weitere Ferne.

Diverse Klagen gegen Porsche in Deutschland und den USA

In den USA und Deutschland liegen im Zusammenhang mit der Übernahme bereits mehrere Klagen vor. Die Sprecherin der Kanzlei sagte, einige der nun klagenden Fonds seien auch in Amerika vor Gericht gezogen. Der Vorwurf lautet dabei stets, die Anleger seien durch enorme Kursturbulenzen, die durch Manipulationen und Täuschungen ausgelöst wurden, um Millionenbeträge gebracht worden.

Vor wenigen Monaten erst war eine Schadenersatzklage von Anlegern gegen Porsche und VW bei den Stuttgartern eingegangen. Dabei geht es nach Angaben der Münchner Kanzlei CLLB um Ansprüche von knapp 1,1 Milliarden Euro. Mit dem Verfahren beschäftigt sich das Landgericht Braunschweig.

Vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht wird seit Mitte Dezember zudem eine Aktionärsklage gegen die Porsche-Dachgesellschaft verhandelt. Der Verein "Verbraucherzentrale für Kapitalanleger" vertritt die Meinung, dass die Hauptversammlung 2010 den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2008/2009 zu Unrecht entlastet hat. Mit Blick auf die milliardenschweren Klagen der Fonds spielt dieser Prozess eine eher untergeordnete Rolle. Trotzdem versprechen sich die Gegner der Holding eine Signalwirkung für die weiteren Auseinandersetzungen. In Stuttgart ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen ehemalige Porsche-Manager.