Der Energiekonzern E.on und die Gewerkschaften haben sich auf einen Tarifvertrag zur Umsetzung des Sparprogramms des Unternehmens geeinigt. Beim geplanten Stellenabbau bis 2015 seien betriebsbedingte Kündigungen weitgehend ausgeschlossen, teilten beide Tarifparteien mit. E.on will in Deutschland rund 6.000 Stellen streichen, weltweit bis zu 11.000.

Der Tarifvertrag habe eine Laufzeit bis 2016 und sehe Vorruhestandsregelungen und Abfindungen sowie eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft vor, erklärte Arbeitsdirektorin Regine Stachelhaus. Ziel sei, die Mitarbeiter in neue Beschäftigung zu bringen. Früheren Berichten zufolge sollen 3.000 Beschäftige in den Vorruhestand gehen und 2.500 in die Qualifizierungsgesellschaft wechseln.

Verdi-Vorstandsmitglied Erhard Ott sagte, es sei gelungen, den Kollegen "ein hohes Maß an sozialer Sicherheit und Zukunftsperspektiven zu geben". Die Sozialpartnerschaft habe sich bewährt, sagte der Tarifvorstand der Gewerkschaft Bauen Chemie Energie, Peter Hausmann.

E.on hofft auf Milliarden-Entschädigungen vom Bund

Mit dem Stellenabbau sollen bis 2015 die Kosten auf 9,5 Milliarden Euro gesenkt und so mehr Spielraum für Investitionen geschaffen werden. Der Konzern hat mit den Folgen des Atomausstiegs zu kämpfen.

E.on hat wegen des Atomausstiegs bis 2022 Verfassungsklage eingereicht und hofft auf Milliarden-Entschädigungen vom Bund . Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 hatte E.on in Deutschland zwei ältere Atommeiler stilllegen lassen müssen. Die Klage in Karlsruhe richte sich ausdrücklich nicht gegen die Energiewende, hatte das Unternehmen mitgeteilt. Der Konzern plant Milliarden-Investitionen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien.