Der japanische Kamerahersteller Olympus hat 19 frühere und amtierende Manager wegen Bilanzbetrugs in Milliardenhöhe verklagt. Der Konzern verlangt allein vom früheren Chef Tsuyoshi Kikukawa Schadensersatz in Höhe von 3,61 Milliarden Yen (37 Millionen Euro), wie das Unternehmen bekanntgab. Auch gegen den amtierenden Chef Shuichi Takayama wurde Klage eingereicht. Insgesamt belaufen sich die Schadensersatzforderungen auf 16,5 Milliarden Yen, also rund 169 Millionen Euro. Zudem hieß es, alle betroffenen aktuellen Mitglieder aus dem Verwaltungsrat würden im März oder April ihre Ämter niederlegen. Die Schadensersatzklage sei am 8. Januar beim Bezirksgericht Tokio gestellt worden, teilte der Konzern mit.

Olympus soll Verluste in Höhe von insgesamt 134,8 Milliarden Yen (knapp 1,3 Milliarden Euro) verschleiert haben. Die Konzernführung hatte Anfang November zugegeben, seit den neunziger Jahren in der Bilanz hohe Verluste aus Finanzgeschäften verheimlicht zu haben. Vertuscht wurden die Verluste mit Hilfe undurchsichtiger Beraterhonorare und Abschreibungen auf Firmenkäufe. Es handelt sich um einen der größten Bilanzskandale in der Geschichte Japans.

Der Bilanzbetrug war erst im Herbst aufgeflogen, nachdem der frühere Olympus-Manager Michael Woodford an die Presse gegangen war. Woodford war den Bilanzunregelmäßigkeiten auf die Spur gekommen und wurde daraufhin von der damaligen Konzernspitze um Kikukawa entlassen. Woodford klagt seit vergangener Woche ebenfalls gegen Olympus. Auch die japanischen Behörden ermitteln gegen den Konzern. Kurz vor Weihnachten hatte es eine groß angelegte Razzia von Polizei und Staatsanwaltschaft gegeben.