Der Autohersteller Daimler hat im vergangenen Jahr so viele Autos wie noch nie verkauft und damit den größten Gewinn seiner Geschichte erwirtschaftet. Der Konzern verdiente netto 6,0 Milliarden Euro nach 4,67 Milliarden Euro im Jahr davor, wie die Konzernführung bekannt gab. Das ist ein Zuwachs von knapp 28 Prozent.

Der Umsatz stieg gegenüber 2010 um fast neun Prozent auf 106,5 Milliarden Euro. Auch das ist ein Rekordwert. Nur im Verbund mit Chrysler hatten die Erlöse schon einmal höher gelegen. Der Absatz erhöhte sich um elf Prozent auf 2,1 Millionen Fahrzeuge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich auf 8,76 Milliarden Euro, ein Plus von 20 Prozent zum Vorjahr.

Für das laufende Jahr zeigte sich Daimler-Chef Dieter Zetsche aber zurückhaltender. Er kündigte für 2012 einen Betriebsgewinn nur in der Größenordnung des Vorjahres an. Absatz und Umsatz sollten dabei aber weiter zulegen. Das Ergebnis 2011 zeige, dass der Konzern mit seinem breiten Angebot an Autos, Lastwagen, Transportern, Bussen und Finanzdienstleistungen sehr gut aufgestellt sei, sagte Zetsche. "Jetzt arbeiten wir mit allen Kräften daran, diesen Erfolg fortzusetzen und wie geplant die Zielrenditen ab dem Jahr 2013 nachhaltig zu erreichen."

Das zeigt, dass Daimler das laufende Jahr als Übergangsjahr betrachtet. Ab 2013 soll das operative Geschäft von Mercedes-Benz Pkw dauerhaft zehn Prozent Rendite abwerfen, das Lkw-Geschäft acht Prozent. Von diesen hochgesteckten Margenzielen war Daimler im zurückliegenden Jahr noch ein gutes Stück entfernt. Daimler kam 2011 in seiner Kernsparte Mercedes-Benz Pkw auf eine operative Marge von neun Prozent. Die Pkw-Konkurrenten BMW und Audi sind deutlich profitabler, ebenso der Lkw-Wettbewerber Volvo .

Dividende soll auf 2,20 Euro steigen

Analysten sind allerdings skeptischer als der Konzern selbst. Sie gehen davon aus, dass bei Daimler der operative Gewinn in diesem Jahr sogar zurückgehen wird. Vor allem Mercedes-Benz Pkw und die wichtige Nutzfahrzeugsparte dürften den Schätzungen zufolge weniger Gewinn abliefern, weil für den Marktstart der neuen Kompaktwagen der A- und B-Klasse und für den Anlauf des neuen Schwerlasters Actros hohe Kosten zu Buche schlagen.

Zudem hat sich die Konjunktur weltweit abgeschwächt. Der Sparkurs der Schuldenstaaten sorgt dafür, dass in Südeuropa kaum noch neue Autos verkauft werden. In China ist ein scharfer Wettbewerb der Autobauer um neue Kunden ausgebrochen. Reibungslos laufen die Geschäfte in den USA , wo sich die Nachfrage weiter erholt. Beim Gesamtumsatz erwarten die Analysten einen mageren Zuwachs auf 107 Milliarden Euro.

An dem Rekordgewinn des vergangenen Jahres sollen die Aktionäre beteiligt werden. Der Daimler-Vorstand schlug vor, die Dividende um 35 Cent auf 2,20 Euro anzuheben. An der Börse kamen die Konzernergebnisse nach ihrer Bekanntgabe gut an. Der Aktienkurs stieg am Vormittag um vier Prozent. Seit Januar hat der Kurs mehr als 30 Prozent zugelegt.

Daimler will außerdem die Beschäftigten am Erfolg beteiligen. Sie erhalten für 2011 eine Ergebnisbeteiligung in Höhe von 4.100 Euro, fast ein Drittel mehr als 2010. Es ist die höchste Mitarbeiterprämie, seit das Unternehmen sie 1997 eingeführt hat. Die Höhe wird vom Vorstand in Abstimmung mit dem Gesamtbetriebsrat festgelegt. Der bislang höchste Wert war 2007 mit 3.750 Euro erreicht worden.