Möglicherweise manipulierte Wahlen zur Duma, eine kontroverse Außenpolitik: Zumindest die Mehrheit der in Russland tätigen deutschen Unternehmer sieht das nicht als problematisch für ihr eigenes Geschäft an.

Auch einer dritten Präsidentschaft von Wladimir Putin stehen deutsche Manager positiv bis gleichgültig gegenüber, wie aus einer gemeinsamen Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Handelskammer hervorgeht, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach antworteten 30 Prozent der Unternehmen, dass eine Wiederwahl positiv für die Entwicklung der Wirtschaft sei, 25 Prozent befürchten negative Auswirkungen, der größte Teil (45 Prozent) erwartet keine wesentlichen Änderungen des Geschäftsklimas.

Lob für Premier Putin

Eckhard Cordes, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses, würdigte, dass der noch amtierende Premier Putin stets ein offenes Ohr für die deutsche Wirtschaft habe. Bei dem letzten Treffen in größerer Runde habe Putin sich dreieinhalb Stunden Zeit genommen und zu den unterschiedlichsten Fragestellungen eine "unglaubliche Kompetenz bei den unterschiedlichsten Fragestellungen" erkennen lassen, sagte Cordes.

Was die Demonstrationen, die es seit den umstrittenen Duma-Wahlen im Dezember gibt, angeht, sei es auf der einen Seite schlecht, dass es überhaupt Anlass dafür gebe, sagte Cordes. "Die Protestbewegung trägt zugleich dazu bei, dass es in Russland nun einen echten Wettstreit der Ideen gibt."

Michael Harms, Geschäftsführer der Außenhandelskammer in Moskau machte deutlich, dass die Unternehmen sich am liebsten eh von der Politik fernhalten. "Der Einfluss des Staatsoberhauptes auf die alltäglichen Geschäfte der Unternehmen wird im Allgemeinen überschätzt", sagte er.