Das Opel-Management plant offenbar die Schließung von zwei Werken in Europa . Als am meisten gefährdet gelten die Standorte in Bochum und im britischen Ellesmere Port. Am Mittwoch werde sich der Aufsichtsrat der General-Motors-Tochter mit einem Geschäftsplan befassen, der wohl die Schließung zweier Werke und damit die Senkung der Produktionskapazitäten um 30 Prozent vorsehe, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch das Wall Street Journal berichtete über die mögliche Schließung. Die Planungen könnten demnach in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.

"GM hat wiederholt erklärt, dass es angesichts von Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr zwei Werke zu viel gebe. Der neue Produktionschef hat ein Werk nach dem anderen besucht und spielt sie gegeneinander aus", sagte ein Aufsichtsratsmitglied aus dem Arbeitnehmerlager. "Wir kennen die Kernpunkte des neuen Geschäftsplans, der am Mittwoch präsentiert werden könnte. Dieser sieht Werksschließungen vor, Wachstum soll es für Opel nicht geben."

Betriebsrat: Berichte entsprechen nicht der Wahrheit

Der Betriebsrat des Unternehmens wies die Berichte indes zurück. "Es macht wenig Sinn, über teure Werkschließungen zu spekulieren. Diese würden eine Rückkehr des Unternehmens in die Gewinnzone auf Jahre hinaus unmöglich machen", sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Auch Berichte, wonach das Management an einzelnen Standorten Einsparungen vorhabe, dementierte Schäfer-Klug. Diese Behauptungen "entsprechen nicht der Wahrheit", sagte er.

GM hat in den vergangenen Jahren mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall Milliardenverluste eingefahren. Im Europageschäft machte GM allein 2011 knapp 750 Millionen Dollar Verlust, während der Konzern in anderen Teilen der Welt hohe Gewinne verbuchte. In den vergangenen Monaten waren darum immer wieder Gerüchte aufgekommen, GM wolle Opel verkaufen oder das Opel-Werk in Bochum schließen. Auch über ein Ende der Vauxhall-Fabrik im britischen Ellesmere Port wurde spekuliert.

Ende Februar hatte GM eine strategische Allianz mit PSA Peugeot Citroën angekündigt. Neben dem gemeinsamen Einkauf von Material wollen die Unternehmen offenbar auch bei der Entwicklung neuer Modelle kooperieren. Der Opel-Betriebsrat verlangte daraufhin Klarheit für die Zukunft der Opel-Werke, in dem knapp 5.200 Menschen arbeiten.