Der Geflügelproduzent Wiesenhof hat bei der zuständigen Behörde beantragt, dass für den Verkauf gesperrtes Hühnerfleisch zum Verkauf freigegeben wird. Es gehe um 800.000 gefrorene und ausgenommene Tiere, die derzeit in einem Kühlhaus lagern, berichtete die Süddeutsche Zeitung – insgesamt 975 Tonnen, wie Wiesenhof bestätigte.

"Wir werden jede Behördenentscheidung akzeptieren", sagte ein Firmensprecher. Das Unternehmen legt Wert auf die Feststellung, dass es keine gesperrte Ware in den Verkauf bringen wolle.

Über den Antrag Wiesenhofs müsse das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt entscheiden, sagte ein Sprecher des Landkreises Jerichower Land.

Umwelt- und Verbraucherschützer sind skeptisch. "Ich habe große Bedenken, dass dieses Hühnerfleisch auch kontaminiert sein könnte, sonst wäre es wohl nicht aus dem Verkehr gezogen worden", sagte Oliver Wendenkampf, Geschäftsführer des BUND Sachsen-Anhalt der Zeitung.

Hygienemängel in Schlachtanlage

Am Montag vor einer Woche war die Produktion in dem Schlachtbetrieb Möckern , in Sachsen-Anhalt, gestoppt worden. Begründet wurde dies mit nicht näher beschriebenen Hygienemängeln. Bereits zwei Tage später gaben Veterinäre die Produktion wieder frei.

Auch darüber könne er sich nur wundern, sagte Wendenkampf. "Wenn ein solcher Betrieb geschlossen wird, müssen gravierende Mängel vorliegen. Ich habe Zweifel, dass sich die so schnell beseitigen lassen."

Laut Wiesenhof waren Mängel in der Bratfertiglinie beanstandet worden. Dort werden geschlachtete Tiere untersucht und ausgeweidet. Es habe sich um kleinere technische Mängel gehandelt, hieß es.

Der Betrieb im sachsen-anhaltinischen Möckern war in den Jahren zuvor immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte es Beanstandungen wegen Kotspuren auf Fleisch und Schimmel an Wänden gegeben.