Prada, Louis Vuitton , Hermès : Wer auf dem Berliner Ku’damm zwischen Leibniz- und Bleibtreustraße einkauft, der ist bereit, Geld auszugeben. Zum Beispiel in Hausnummer 190 bis 192 bei Porsche Design. Hinter Glas ticken dort Armbanduhren für 4.500, 6.500 und 9.900 Euro. Die teuerste Uhr kostet 165.000 Euro. Es gibt Blazer aus Lammleder für 1.450 Euro und Lederhüllen fürs iPad für 155 Euro.

Filialen wie die in Berlin betreibt Porsche Design auch in Hamburg , Düsseldorf und Frankfurt am Main. Bald wird München hinzukommen. Die Expansion lohnt sich: Der deutsche Markt für Luxuswaren entwickelt sich prächtig. Einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zufolge wuchs er im vergangenen Jahr um 16 Prozent, deutlich stärker als noch im Jahr zuvor. "Die deutschen Konsumenten sind Luxus gegenüber immer positiver eingestellt“, heißt es in der Studie, für die Luxusmarkenmanager in Deutschland interviewt wurden.

Vor allem Mode, Uhren, Schmuck und andere Accessoires gehen derzeit gut. Porsche Design bietet erst seit drei Jahren Kleidung an, mittlerweile macht sie schon ein Viertel des Umsatzes aus. Der klettert seit geraumer Zeit stetig. "Wir haben seit drei, vier Jahren zweistellige Wachstumsraten", sagt Geschäftsführer Jürgen Geßler.

Damit steht die Tochter der Porsche AG stellvertretend für die gesamte deutsche Luxusindustrie. In- und ausländische Unternehmen investieren nach Kräften. In diesem Jahr gibt es in der Bundesrepublik laut dem Luxusverband Meisterkreis fast ein Drittel mehr Luxusboutiquen als noch 2007.

Die Porzellanmanufaktur Meissen etwa erhöhte die Zahl ihrer Boutiquen innerhalb von drei Jahren von vier auf 20, die italienische Modemarke Etro von drei auf sieben. Andere Marken wie Martin Margiela eröffneten die ersten Geschäfte, in denen es nur die eigene Marke zu kaufen gibt. Gleichzeitig drängten Start-ups auf den Markt: Manufakturen, die in kleiner Stückzahl hochwertige Produkte made in Germany herstellen und auf Kundschaft treffen, die genau das sucht.

Der Markt wächst seit 2010 konstant, und auch in der Krise davor blieb er relativ stabil. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen haben viele Reiche in der Krise lieber in greifbare Objekte mit hohem Werterhalt investiert als in Aktien. So erlebte etwa eine der bekanntesten deutschen Luxusmarken, die Porzellanmanufaktur Meissen, in der Krise einen Run auf ihre limitierten handgearbeiteten Kunstwerke , der bis heute anhält.

Zum anderen akzeptieren die Deutschen Luxus eher als früher. Wer heute jung ist, den prägten weder die Nachkriegszeit noch die 68er. Die höhere Akzeptanz zeigen Konsumentenbefragungen wie die "Typologie der Wünsche" des Erdinger Instituts für Medien- und Konsumentenforschung. Der Aussage "Ich leiste mir gern teure Sachen; Luxus macht das Leben schöner" stimmten 2010 noch 34 Prozent der befragten 21- bis 30-Jährigen zu. Im vergangenen Jahr waren es vier Prozent mehr. Bei den 51- bis 60-Jährigen wuchs der Anteil von 28 auf 33 Prozent.