Der angeschlagene Handy-Weltmarktführer Nokia hat zum Jahresauftakt einen Verlust von fast einer Milliarde Euro verzeichnet. Angesichts der scharfen Konkurrenz in der Branche machte Nokia im ersten Quartal von Januar bis März ein Minus von 929 Millionen Euro, teilte der Konzern bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen mit. Der Umsatz ging demnach im Jahresvergleich um 30 Prozent auf knapp 7,4 Milliarden Euro zurück.

Weltweit konnte Nokia die Erlöse in keiner Region stabil halten. Im Stammgebiet Europa fiel der Umsatz um 35 Prozent, in China brachen die Einnahmen im Jahresvergleich sogar um 70 Prozent ein.

Bereits in der vergangenen Woche hatte das finnische Unternehmen eine Gewinnwarnung für das erste Halbjahr ausgesprochen und erklärt, beide Quartale mit einem Fehlbetrag abzuschließen. Nokia kündigte an, seinen Sparkurs zu beschleunigen und zu verschärfen. 

Große Fortschritte bei Neuausrichtung

"Wir durchlaufen eine Phase großer Veränderungen in einem industriellen Umfeld, das sich weiterhin schnell entwickelt und ändert", sagte Nokia-Chef Stephen Elop. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen große Fortschritte bei seiner Neuausrichtung gemacht. Jedoch habe sich der Wettbewerb weiter verschärft.

Ausschlaggebend für den hohen Verlust waren unter anderem die hohen Aufwendungen für die Sanierung des Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks. Das Gemeinschaftsunternehmen hat seit seiner Gründung 2007 nur Verluste geschrieben und versucht derzeit im dritten Anlauf, die Trendwende zu schaffen. Der Netzwerkbauer leidet vor allem unter der billigeren Konkurrenz aus Asien .

Zudem hat Nokia Schwierigkeiten, sich auf dem zukunftsträchtigen Markt für Smartphones zu etablieren. Den Markt dominieren der Computer-Konzern Apple mit seinem Multifunktionshandy iPhone und Konkurrenten wie Samsung , die Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android bauen.

Um in das Geschäft vorzudringen, ging Nokia eine Allianz mit dem US-Softwareunternehmen Microsoft ein. Diese sieht die Nutzung des Betriebssystems Windows Phone auf Nokia-Smartphones vor.