Die etwa 100.000 Beschäftigten von Volkswagen in Westdeutschland erhalten vom 1. Juni an 4,3 Prozent mehr Geld. Das beschlossen die IG Metall und das Management des Autokonzerns in ihrer zweiten Gesprächsrunde über einen neuen Haustarifvertrag. Nach langen Verhandlungen hatten sich beide Seiten in der Nacht zum Donnerstag geeinigt.

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 13 Monate. Der Abschluss entspricht dem Niveau des Flächenabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie . Er enthält aber keinen sogenannten Nullmonat, der das reale Plus in der Gesamtbranche auf etwa 4,0 Prozent senkt.

Die Tarifparteien einigten sich nach Gewerkschaftsangaben zudem darauf, dass die Leiharbeiter bei Volkswagen nach neun Monaten die gleichen Löhne wie festangestellte Beschäftigte erhalten. Auch zur Übernahme der Leiharbeiter in Festanstellungen sei eine Regelung vereinbart worden, teilte das Unternehmen mit.

"Ans Äußerste gegangen"

"Der Erfolg von Volkswagen spiegelt sich im Tarifergebnis wider. Davon profitieren Stamm- und Leiharbeitsbeschäftigte gleichermaßen", sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. "Wir sind dafür ans Äußerste dessen gegangen, was der verschärfte internationale Wettbewerb in der Automobilindustrie zulässt", sagte Personalvorstand Horst Neumann.

Die Gewerkschaft hatte auf einen zügigen Abschluss gedrängt, nachdem bereits viele Regionen das Ergebnis der Flächentarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie übernommen haben. Die IG Metall war ursprünglich mit einer Forderung von 6,5 Prozent mehr Entgelt in die Verhandlungen gegangen. 2011 gab es 3,2 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung. In der vorvergangenen Woche hatten 30.000 VW-Beschäftigte aus Protest gegen den schleppenden Verhandlungsstart kurzzeitig die Arbeit niedergelegt.