Das Energieunternehmen RWE plant laut ver.di einen Abbau von 2.000 bis 5.000 Arbeitsplätzen. Ein ver.di-Sprecher sagte: "Es soll offenbar im größeren Stil Ausgliederungen von Aufgaben und eine Verlagerung ins Ausland geben. Das werden wir in der Form nicht mitmachen.“ Damit bestätigte er einen Bericht der Rheinischen Post .

Den neuen Sparplänen nach sollen nun auch Stellen aus der Lohn- und Finanzbuchhaltung sowie dem Rechnungswesen ins kostengünstigere Ausland verlagert werden. Die Arbeitsplätze fielen damit aber nicht zwingend weg, sagte der Gewerkschafter.

Die Kürzungen sind Teil eines größeren Sparprogramms mit dem RWE jährlich eine Milliarde Euro an Kosten sparen will: Der Konzern will sich stärker auf das Geschäftsfeld der grünen Energie konzentrieren. Deshalb hat RWE unterschiedliche Konzernteile abgestoßen. Dazu gehören bislang Thyssengas, Amprion und Anteile an Stadtwerken . Auch Stellenabbau ist Teil des Programms: Die Kürzung von 8.000 der 72.000 Arbeitsplätze wurde bereits beschlossen. Die Stellen sollen durch Verkäufe von Konzernteilen und Kündigungen abgebaut werden.

Ver.di ist empört

Während Konzernbetriebsräte zurückhaltend blieben und die Gespräche mit dem Management weiterführen wollen, reagierte ver.di mit Empörung.

Die Gewerkschaft spricht von einem "entschiedenen Konfrontationskurs" der Unternehmensführung. Dieser stehe im "eklatanten Widerspruch" zu früheren Aussagen des neuen Konzernchefs Peter Terium, die Beschäftigten beim Umbau des Konzerns mitzunehmen. Für die betroffenen Beschäftigten würde zudem künftig nicht mehr der gleiche Tarifvertrag wie für die Kernmitarbeiter gelten. "Was da versucht wird ist, die Belegschaft zu spalten und gegeneinander auszuspielen. Das ist ein Kulturbruch bei RWE, und den werden wir so nicht hinnehmen", sagte ein ver.di-Sprecher.

Die Gewerkschaft verlangt die gleiche tarifliche Absicherung für alle, unter anderem eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 2023. Der bisherige Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Selbst Wettbewerber Eon , der im vergangenen Jahr mit der Ankündigung, 11.000 der 80.000 Arbeitsplätze abzubauen, auf starke Kritik gestoßen war, habe in den Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite zugesagt, dass es bei Verkäufen von Vertriebstöchtern zu keiner Verschlechterung für die Mitarbeiter kommen sollte, hieß es von ver.di.

Eine Konzernsprecherin bemühte sich um Schadensbegrenzung. Sie bekräftigte, dass RWE Kündigungen vermeiden wolle, "sie aber ehrlicherweise nicht ausschließen könne". "Es ist wichtig mit den Mitarbeitern zu sprechen. Und diese Gespräche laufen", hieß es.