Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und sein britischer Konkurrent BAE Systems führen Fusionsgespräche. Beide Unternehmen sollen als eine Gruppe agieren, aber an der Börse getrennt geführt werden, teilte BAE Systems mit. EADS ist die deutsch-französische Mutter von Airbus . An dem gemeinsamen Unternehmen würde EADS die Mehrheit von 60 Prozent halten, und BAE Systems die restlichen Anteile.

Sollte es zu einer Fusion kommen, würde EADS den US-amerikanischen Rivalen Boeing beim Umsatz nicht nur überholen, sondern sogar deutlich abhängen. Schon vor der Bestätigung der Gespräche fiel am Aktienmarkt die Reaktion auf Gerüchte über eine Fusion deutlich aus: Die Papiere des britischen Unternehmens, das wesentlich kleiner als EADS ist, legten kräftig zu. Zuletzt gewannen sie mehr als sieben Prozent. EADS-Aktien verloren dagegen an Wert. Spekulationen über eine Fusion der beiden Unternehmen hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben.

Zusammen Marktkapitalisierung von 36,6 Milliarden

Beide Parteien müssten bis zum 10. Oktober eine Vereinbarung ankündigen oder erklären, dass sie eine Transaktion nicht weiter verfolgten. BAE Systems ist nach Reuters-Berechnungen derzeit 13,4 Milliarden Euro an der Börse wert, EADS 23,2 Milliarden Euro. Zusammen kommen die beiden Konzerne damit auf eine Marktkapitalisierung von rund 36,6 Milliarden Euro.

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Thema äußern.

BAE Systems stellt Tornado-Kampfjets her und ist Mitglied des Eurofighter-Konsortiums. Wegen der vielerorts gekürzten Wehretats hatte das Unternehmen im Frühjahr ein schwaches Jahr in Aussicht gestellt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in London beschäftigt mehr als 100.000 Mitarbeiter.