Etappensieg für Porsche: Das Landgericht Braunschweig hat im Zusammenhang mit der versuchten VW-Übernahme zwei Klagen gegen das Unternehmen wegen Marktmanipulation abgewiesen. Die klagenden Anleger scheiterten mit einer Schadenersatzforderung in Millionenhöhe.

Die Kläger, ein privater Anleger und eine Schweizer Anlagegesellschaft, hatten Porsche vorgeworfen, sie über die Absicht zur geplanten Übernahme von VW im Jahr 2008 getäuscht zu haben. Porsche habe die Anleger den Vorwürfen zufolge mit unrichtigen Pressemitteilungen zu Aktiengeschäften verleitet, die dann zu hohen Verlusten führten. Damals hatte der schwäbische Automobilhersteller ohne Erfolg versucht, den viel größeren Konkurrenten VW zu übernehmen. Es kam zu großen Kursbewegungen der VW-Aktie, was viele Spekulanten anlockte.

In der Urteilsbegründung hieß es, die Mitteilungen vom 3. März und 10. März 2008 seinen "ihrem Inhalt nach nicht grob falsch gewesen". Porsche-Vorstandschef Matthias Müller sagte, die Entscheidung des Landgerichts sei erfreulich.

Weitere Klagen laufen

Die Kläger behielten sich Einspruch gegen das Urteil vor. Es sei weiter davon auszugehen, "dass Porsche bereits im Februar 2008 entgegen dem Dementi der Pressemitteilung vom 3. März 2008 die Absicht hatte, VW zu übernehmen", sagte der Rechtsanwalt eines Klägers. Demnach habe Porsche die Anleger hierüber "bewusst getäuscht". Es sei nicht hinnehmbar, "dass das Ausnutzen von Gesetzesschlupflöchern praktisch folgenlos bleiben soll", sagte er. Nach Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung würden die Kläger über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Ein Porsche-Sprecher sagte, das Unternehmen werde sich gegen alle anhängigen Klagen mit aller Kraft wehren. Es gibt wegen des Übernahmeversuchs drei weitere Verfahren , bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt. Zum Teil ist auch VW betroffen. Hierzu beginnen die Verhandlungen voraussichtlich erst im Frühjahr 2013.