Der russische Staatskonzern Rosneft will der größte börsennotierte Ölförderer der Welt werden. Mit der Unterstützung von Präsident Wladimir Putin plant der Konzern, die Anteile des britischen Energieunternehmens BP an dem russisch-britischen Gemeinschaftsprojekt TNK-BP zu übernehmen.

BP hält derzeit 50 Prozent an TNK-BP. Rosneft-Chef Igor Setschin , ein Vertrauter Putins , legte dem britischen Energieriesen laut der Financial Times ein Angebot in Höhe von 28 Milliarden US-Dollar (21,3 Mrd Euro) für dessen Anteile an TNK-BP vor. Als Teil des Angebots soll BP zwischen 10 und 20 Prozent der Anteile an Rosneft bekommen. Das britische Unternehmen will an diesem Freitag darüber beraten.

Die andere Hälfte von TNK-BP gehört dem russischen Oligarchenkonsortium AAR, mit dem sich Rosneft nach offiziellen Angaben schon für ebenfalls 28 Milliarden US-Dollar auf eine rechtlich nicht bindende Absichtserklärung geeinigt hat.

Energieministerium sieht keine Gefahr eines Monopols

Das Energieministerium in Moskau genehmigte das Vorhaben bereits. Er sehe nicht die Gefahr eines Monopols, sagte Energieminister Alexander Nowak. Zuvor hatte sich Putin für das Geschäft ausgesprochen.

BP stiege mit einer Einigung zum größten Rosneft-Aktionär nach dem russischen Staat auf, sagten Experten. Schon mehrmals hatten die Konzerne eine "strategische Partnerschaft" angekündigt, die unter anderem Projekte in der russischen Arktis einschließen soll.

Erst im September hatte sich Putin im Schwarzmeerort Sotschi mit BP-Chef Bob Dudley getroffen, der noch 2008 als TNK-BP-Chef wegen zu großen Drucks des Kreml aus Moskau geflohen war.