Der Technikkonzern Bosch steigt aus dem Geschäft mit der Solarenergie aus. Die Sparte hat 2012 Verluste von etwa einer Milliarde Euro eingefahren.

Anfang 2014 soll die Fertigung von Solarzellen am Hauptsitz im thüringischen Ort Arnstadt eingestellt werden, auch der Vertrieb wird beendet. Das Werk in Frankreich will Bosch verkaufen, ebenso wie die Anteile an der aleo solar AG . Bereits Ende 2012 hat Bosch den Standort in Erfurt geschlossen. Fortführen will der Konzern zunächst die Dünnschichttechnologie mit rund 150 Beschäftigten in Brandenburg an der Havel.

In der Solartechnik-Sparte sind derzeit etwa 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit zählt der Bosch-Konzern mehr als 300.000 Arbeitnehmer. "Uns ist bewusst, dass den Mitarbeitern eine schwierige Zeit bevorsteht", sagte Geschäftsführer Volkmar Denner. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern werde Bosch nach "möglichst verträglichen Lösungen suchen".

Grund für die Entscheidung sei die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Solarsparte. "Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Senkung der Herstellkosten im vergangenen Jahr konnten wir den Preisverfall von bis zu 40 Prozent nicht kompensieren", sagte Stefan Hartung, Aufsichtsratsvorsitzender der Bosch Solar Energy AG. Gespräche mit potenziellen Partnern seien nicht erfolgsversprechend verlaufen.

Die IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf. Die Solarenergie sei ein "Wachstumsmarkt mit enormem Potenzial", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber . Zwar werfe das Geschäftsfeld Solar momentan keine Gewinne ab, aber Innovationen erforderten einen langen Atem. Die Politik müsse für faire Wettbewerbschancen einer europäischen Fotovoltaik-Produktion sorgen.