Der Autobauer Opel hat angekündigt, das Werk Bochum schon Ende 2014 schließen. Die Mitarbeiter hatten zuvor einen Sanierungsplan abgelehnt. "Wir bedauern sehr, dass die Beschäftigten in Bochum ein attraktives Angebot nicht angenommen haben", sagte Manfred Gellrich, Leiter des Bochumer Werks . "Eine große Chance ist nun vertan." Es werde keine weiteren Verhandlungen zum vorliegenden Tarifvertrag geben.

Die Belegschaft des Werks hat nach Angaben der IG Metall auf zwei Betriebsversammlungen mehrheitlich gegen den von der Gewerkschaft ausgehandelten Tarifvertrag gestimmt. Der Vertrag sah vor, dass es nach 2016 in Bochum nur noch eine Teilefertigung und ein Ersatzteillager mit zusammen 1.200 Arbeitsplätzen geben sollte. Derzeit sind in Bochum etwa 3.200 Menschen direkt im Unternehmen beschäftigt, etwa 1.000 bei Partner- und Fremdfirmen.

Die Gewerkschaftsmitglieder sprachen sich mit 76,1 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den Tarifvertrag aus. Die Wahlbeteiligung betrug 69,3 Prozent.

Kündigungsschutz bis 2014

Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky hatte angekündigt, die Fertigung in Bochum zum 1. Januar 2015 komplett einzustellen, falls es keine Einigung mit den Beschäftigten gibt. Bis Ende 2014 gilt für die Beschäftigten in Bochum noch ein Kündigungsschutz.

Die Konzernmutter General Motors hatte zugesagt, den Familienwagen Zafira bis Ende 2016 in Bochum vom Band laufen zu lassen. Für die anderen Standorte wurde die Produktion neuer Fahrzeuge vereinbart, die die Auslastung in den nächsten Jahren sichern sollen.

GM hatte im vergangenen Jahr mit den beiden Marken Opel und Vauxhall einen Betriebsverlust von 1,8 Milliarden Dollar gemacht, fast drei Mal so viel wie im Jahr davor. Ähnlich wie der französische Partner Peugeot setzte General Motors den Wert seiner Fabriken und Maschinen in Europa niedriger an – und zwar um 5,2 Milliarden Dollar.

Opel und Peugeot wollen in den nächsten Jahren gemeinsam Autos entwickeln, um die Kosten zu senken. Sie haben zudem eine Zusammenarbeit bei Einkauf und Logistik vereinbart.