Das Landgericht Stuttgart hat den ehemaligen Porsche-Finanzchef Holger Härter wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt. Härter habe während des VW-Übernahmeversuchs bei Kreditverhandlungen mit der französischen Bank BNP Paribas 2009 unvollständige und unrichtige Angaben gemacht, erklärte Richter Roderich Martis. Härter wurde zu 180 Tagessätzen je 3.500 Euro verurteilt – insgesamt 630.000 Euro.

Das Gericht blieb damit hinter dem von den Strafverfolgern geforderten Strafmaß zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr gefordert, die bei einer Bewährungsauflage von einer Million Euro zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe hätte ausgesetzt werden können. Kreditbetrug kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.

Die Verteidigung hatte in dem seit September vor der Wirtschaftsstrafkammer laufenden Prozess auf Freispruch plädiert. Dem 2009 entlassenen Manager Härter und einem Mitarbeiter wurde vorgeworfen, bei den Verhandlungen über einen 500-Millionen-Euro-Kredit der BNP den Finanzbedarf und die Risiken des Autokonzerns zu gering angegeben zu haben. Dabei ging es um die Frage, ob der Wert von Kauf- und Verkaufsoptionen auf Stammaktien von Volkswagen korrekt angegeben worden war. Auch Härters Mitangeklagter bekam eine Geldstrafe.