Der Chef des Großflughafens Berlin-Brandenburg (BER), Hartmut Mehdorn, hat konkrete Pläne zur Teileröffnung des Flughafens vorgelegt. "Wir überlegen, zum Jahresende mit einem Probebetrieb am Pier Nord zu starten", sagte er dem Spiegel. Möglich wäre der Betrieb mit zwei kleinen Fluggesellschaften, 1.500 Fluggästen und sechs oder acht Flugzeugen am Tag, sagte Mehdorn. "So können wir testen, wie etwa die Gepäckabfertigung, die Sicherheitskontrolle und die Feuerwehr funktionieren." 

Kritik aus der Politik an einer schrittweisen Eröffnung wies Mehdorn zurück: "Das wird eine Entscheidung der Geschäftsführung sein und kein politischer Beschluss." Der Vorschlag, den Flughafen schrittweise zu öffnen, war in Politik und Wirtschaft zuletzt auf ein geteiltes Echo gestoßen.

Auch bei einer Teileröffnung werde es einen großen Umzugstermin des alten Flughafens Tegel nach Schönefeld geben, sagte Mehdorn. Der Prozess solle aber entzerrt werden. "Ich persönlich glaube schlicht nicht, dass es möglich ist, BER von null auf hundert in einer Sekunde zu starten." Ein konkreter Umzugstermin werde im Herbst genannt.

Zu seinem Vorschlag, Tegel weiter zu betreiben, sagte Mehdorn: "Ich leiste einen Diskussionsbeitrag, entscheiden wird das die Politik." Allerdings gebe es keine Hauptstadt dieser Welt, die nur zwei Landebahnen habe. "Genau das wird bei uns aber der Fall sein, wenn der ganze Verkehr über BER abgewickelt wird." Man brauche eine dritte Landebahn als Notfallreserve.