Das Aluminium in den Metro-International-Hallen gehört laut New York Times Banken, Hedgefonds und Rohstoffhändlern. Auch sie haben etwas von der Liefer-Trickserei, trotz höherer Mietkosten. Zum einen bietet Goldman ihnen Insidern zufolge eine satte Prämie von bis zu 230 Dollar pro Tonne, wenn sie ihren Mietvertrag verlängern. Zum anderen erhöhen sich ihre Gewinnaussichten aufgrund der steigenden Lieferzuschläge. 

Experten zufolge kostete diese Trickserei die Amerikaner im vergangenen Jahr fünf Milliarden Dollar. Entsprechend groß ist die Empörung: "Was soll die Aufgabe unserer Banken sein? Dass sie Kleinunternehmern Kredite geben oder Erdöl gewinnen und transportieren? Dass die Hypotheken vergeben oder die Metallmärkte erschließen?", fragte der demokratische US-Senator Sherrod Brown bei der Anhörung vergangene Woche. "Die Steuerzahler haben ein Recht darauf zu wissen, was los ist." Goldman Sachs selbst weist alle Vorwürfe zurück. Die Bank erfülle alle Vorgaben der LME, heißt es.

Ein Milliarden-Geschäft

Grundsätzlich ist es US-Banken verboten, sich in bankfremden Geschäften zu engagieren. Doch 2003 rangen die Institute der amerikanischen Notenbank eine Ausnahmeregelung ab: In Einzelfällen ist es einigen Banken seitdem erlaubt, sich mit physischen Vorräten gegen Schwankungen im Markt abzusichern. Die Fed habe damals einen großen Fehler gemacht, sagt Bove. Seiner Meinung nach hat die Notenbank gegen geltende Gesetze verstoßen: "Banken haben kein Recht sich auf diesen Märkten zu engagieren."

Von der Ausnahmeregelung machen die Banken rege Gebrauch. Ein Sechstel der gesamten Rohstoffumsätze werden nach Berechnungen des Analysehauses Coalition mittlerweile von Banken gemacht. Im vergangenen Jahr nahmen die zehn größten Investmentbanken weltweit damit insgesamt rund eine Milliarde Dollar ein. Vor etwas mehr als einem Jahr noch brüstete sich JPMorgan-Chef Jamie Dimon in einem Brief an die Aktionäre damit, dass sein Haus neben Goldman Sachs und Morgan Stanley in die Top Drei in diesem Bereich vorgestoßen sei.