Steve Ballmer wird seinen Posten als Microsoft-Chef innerhalb der kommenden zwölf Monate aufgeben. Das teilte der Konzern mit

Der 57-Jährige sagte zur Begründung, es gebe keinen richtigen Zeitpunkt für solch einen Schritt. Sein Softwarekonzern stehe aber inmitten eines Transformationsprozesses zu einem Hersteller- und Serviceunternehmen. Sein Rückzug sollte ursprünglich in der Mitte dieses Prozesses erfolgen, sagte Balmer. Das Unternehmen brauche aber einen Nachfolger, der für diese Umstellung eine längere Zeit zur Verfügung steht.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung stieg der Kurs der Microsoft-Aktie vorbörslich um mehr als acht Prozent auf 35,02 Dollar .

"Es gibt nie eine perfekte Zeit für einen solchen Übergang, aber jetzt ist die richtige Zeit. (...) Ich liebe diese Firma."
Steve Ballmer

Microsoft wurde 1975 gegründet und hat sich seitdem zu einem der weltgrößten Softwarekonzerne entwickelt. Ballmer arbeitet seit 1980 bei dem Softwarekonzern, dem Jahr 2000 führt er das Unternehmen. Damals hatte sich Konzerngründer Bill Gates zurückgezogen, mit dem Ballmer seit Studentenzeiten befreundet ist. Gates kündigte an, dass er bei der Suche nach einem neuen Konzernlenker helfen werde.  

Schwierigkeiten im Geschäft mit Smartphones und Tablets

Microsoft dominierte durch das Windows-Betriebssystem über Jahre den PC-Markt. Allerdings hat das Geschäft mit Smartphones und Tabletcomputern an Bedeutung gewonnen, auf denen auch Betriebssysteme von Konkurrenten wie Apple oder Google laufen. Microsoft versuchte unter Ballmer zwar, diesen Rückstand aufzuholen, hat aber nach wie vor mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

Zudem ist es dem Unternehmen trotz gewaltiger Investitionen nie gelungen, die Vorherrschaft von Google bei der Internet-Suche zu brechen. Das Onlinegeschäft fährt immer wieder hohe Verluste ein.

Investoren forderten Rücktritt Ballmers

Zuletzt forderten einige Investoren die Ablösung Ballmers angesichts schwächerer Zahlen. So handelte ein missglückter Zukauf bei Onlinewerbung dem Unternehmen vor einem Jahr den ersten Verlust in der über 30-jährigen Firmengeschichte ein.

Im jüngsten Quartal konnte Ballmer zwar ein Umsatzplus von zehn Prozent und rund fünf Milliarden Dollar Gewinn präsentieren. Doch ein näherer Blick in die Geschäftszahlen offenbart die Probleme: Der Gewinn der Windows-Sparte halbierte sich auf knapp 1,1 Milliarden Dollar.

Und Microsoft schrieb alleine 900 Millionen Dollar auf seinen Tablet-Computer Surface RT ab, der sich schlechter verkaufte als erwartet.