Die Baumarkt-Kette Praktiker wird zerschlagen. "Für die Übernahme der Baumarktkette Praktiker gibt es keine Angebote", teilten die Insolvenzverwalter mit. In 130 Märkten beginne Ende nächster Woche deshalb der Ausverkauf. Es bestehe nur Interesse an einzelnen Standorten – es gebe aber keine Investoren, die die Warenbestände übernehmen wollten.

Interesse gibt es nur an der ebenfalls insolventen Praktiker-Tochter Max Bahr. "Wir sehen deshalb gute Chancen, die Standorte und Arbeitsplätze von Max Bahr zu sichern", hieß es in der Erklärung. Ziel sei es, bis zum 1. Oktober 2013 eine Übereinkunft mit dem besten Interessenten zu treffen.

Von den einstmals 168 Praktiker- und 14 extra Bau- und Hobby-Märkten sind seit einem Monat bereits 51 im Ausverkauf. Dort werden die restlichen Waren zu Sonderpreisen an die Kunden abgegeben. Die Insolvenzverwalter hoffen noch, die leeren Märkte an Investoren weitergeben zu können.

Den insgesamt 5.330 fest angestellten Beschäftigten an den betroffenen Standorten, davon 1.780 geringfügig Beschäftigte, werde zunächst nicht gekündigt. Erst am Ende des Investorenprozesses, der bis Oktober abgeschlossen sein soll, werde sich absehen lassen, was aus den einzelnen Standorten werde.

Aus Sicht von Branchenexperten wurde Praktiker vor allem die zu aggressive eigene Rabattstrategie zum Verhängnis. Zudem gilt das Segment der Baumärkte als überbesetzt und sehr wettbewerbsintensiv.