Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt will nach Gewerkschaftsangaben zur Tarifbindung des Einzelhandels zurückkehren. Karstadt und die Gewerkschaft ver.di hätten sich auf "wesentliche Bausteine eines gemeinsamen Zukunftssicherungstarifvertrags verständigt", teilte ver.di mit. Karstadt war im Mai aus der Tarifbindung ausgestiegen, um Kosten zu sparen.

Dieser neue Vertrag soll nach Angaben von ver.di neben der Rückkehr in die Tarifbindung auch eine Beschäftigungs- und Standortsicherung enthalten. In der Frage der Rückkehrmodalitäten in die Lohn- und Gehaltstarifverträge des Einzelhandels "sind wir allerdings noch weit auseinander", sagte Verhandlungsführer Arno Peukes.

Vertreter von Karstadt und ver.di hatten seit Montag in einer dritten Verhandlungsrunde in Frankfurt am Main über die Rückkehr zur Tarifbindung gesprochen. Die Beschäftigten von Karstadt übten nach den ersten beiden Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis geblieben waren, mit Streiks und Betriebsversammlungen Druck auf die Geschäftsführung aus.

Investor versprach, Arbeitsplätze zu erhalten

Zuletzt hatte der Investor Nicolas Berggruen seine Mehrheiten an den Karstadt-Luxushäusern und Sportfilialen an den österreichischen Immobilienkonzern Signa verkauft. Der Erlös von 300 Millionen Euro sollte in die verbleibenden 83 Karstadt-Filialen investiert werden.

Berggruen hatte die Kaufhauskette 2010 aus der Insolvenz des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor heraus übernommen und damit vor dem Aus bewahrt. Der Investor versprach damals, Arbeitsplätze zu erhalten und die Filialen zu modernisieren.