Schon wieder wird russisches Gas für die Ukraine teurer. Der Gaspreis stieg um knapp 26 Prozent auf nun 485,5 Dollar (352 Euro) für 1.000 Kubikmeter. Erst am Dienstag war der Preis um fast 44 Prozent gestiegen.  

Als Grund hatte Russland Kiews Milliardenschulden genannt. Gazprom hatte deswegen Rabatte für das Gas gestrichen. Derzeit schulde die Ukraine Gazprom 2,2 Milliarden Dollar, 500 Millionen mehr als zuletzt angenommen, erklärte der Konzern. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew forderte die Ukraine auf, die Schulden zu begleichen.

Der neue Preis gelte schon ab April, sagte der Chef des Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland seine Gaspreise auch als politisches Druckmittel einsetzt. Moskaufreundliche Staaten im postsowjetischen Raum bekommen zum Beispiel deutlich günstigere Tarife als russlandkritische Abnehmer. 

Im Gegenzug hat das Europaparlament mit großer Mehrheit einen weitgehend zollfreien Zugang für ukrainische Produkte in die EU gebilligt. Die Zolleinsparungen sollen bei knapp 500 Millionen Euro liegen. Der EU-Ministerrat – dort sind die EU-Staaten vertreten – muss noch zustimmen, damit die Erleichterungen im kommenden Monat in Kraft treten können. Mit dem Verzicht auf Zölle will Europa einen Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft in der Ukraine leisten.