Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd und ihr chilenischer Konkurrent CSAV legen ihr Containergeschäft zusammen. Beide Seiten unterzeichneten nach langen Verhandlungen die Verträge für eine Fusion, teilte die deutsche Reederei mit. Damit entstehe die viertgrößte Linienreederei der Welt mit rund 200 Schiffen und einem Jahresumsatz von etwa neun Milliarden Euro.

Sollten die Wettbewerbsbehörden der Übernahme zustimmen, wird CSAV vollständig in Hapag-Lloyd aufgehen. Die Chilenen würden dadurch zunächst mit 30 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Nach dem Vollzug der Transaktion sei eine Kapitalerhöhung von 370 Millionen Euro beschlossen, an der sich CSAV mit 259 Millionen Euro beteiligen werde. Dadurch werde der Anteil an Hapag-Lloyd auf 34 Prozent ansteigen. 

Hamburgs Finanzsenator sieht Schifffahrtsstandort Hamburg gestärkt

Eine weitere Kapitalerhöhung in Höhe von 370 Millionen Euro soll im Rahmen eines geplanten Börsenganges von Hapag-Lloyd stattfinden. Der Hauptsitz des Unternehmens werde in Hamburg bleiben. In der Containerschifffahrt herrscht seit Jahren ein ruinöser Preiskampf, auf den die Reedereien vermehrt mit Allianzen und Zusammenschlüssen reagieren. 

Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) sieht den Schifffahrtsstandort Hamburg durch die Fusion gestärkt. "Es ist vor allem auch für die Stadt ein Gewinn, den Zusammenschluss unter Hamburger Führung zu vollziehen und damit die Unternehmenszentrale am Ballindamm zu stärken", sagte Tschentscher. Die Stadt ist über ihre Beteiligungsholding derzeit mit rund 37 Prozent an der Hapag-Lloyd AG beteiligt. Nach endgültigem Vollzug der Fusion sowie einer Kapitalerhöhung wird Hamburg voraussichtlich mit rund 23 Prozent an dem Unternehmen beteiligt sein, teilte die Finanzbehörde mit.