Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat einen neuen Vorsitzenden. Die etwa 400 Delegierten des DGB-Bundeskongresses wählten Reiner Hoffmann mit 93,1 Prozent der Stimmen. Er erhielt 365 von insgesamt 392 abgegebenen Stimmen, es gab 27 Neinstimmen und keine Enthaltung. Der 58-Jährige ist damit Nachfolger von Michael Sommer an der Spitze des Dachverbandes von acht Einzelgewerkschaften. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Der frühere Funktionär der IG Bergbau-Chemie-Energie ist künftig der höchste Interessenvertreter von gut 6,1 Millionen Mitgliedern der im DGB organisierten Gewerkschaften. Der bisherige DGB-Chef Michael Sommer war nach zwölf Jahren im Amt nicht erneut angetreten.

In einem Grundsatzreferat am Dienstag will Hoffmann die Schwerpunkte seiner Arbeit vorstellen. In seiner Vorstellungsrede hatte er bereits angekündigt, sich für mehr Mitbestimmung und ein sozialeres Europa einzusetzen. "Mit einer europäischen Kleinstaaterei, mit einem Ausstieg gar aus dem Euro, werden wir nicht die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie steigern", so Hoffmann. Auch mehr Ausgaben für Bildung oder mehr soziale Gerechtigkeit seien nur gemeinsam möglich: "Dieses kriegen wir nur in einem europäischen Konzert hin."

Seine Hauptaufgabe wird sein, den DGB als politischen Arm der acht Einzelgewerkschaften zu stärken und die Gewerkschaften nach dem inzwischen gestoppten Mitgliederschwund attraktiver für jüngere Arbeitnehmer zu machen.