Ein US-Bundesgericht in New York wird Schadenersatzklagen wegen defekter Zündschlösser gegen General Motors verhandeln. Der US-Autobauer hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Gericht unter Leitung von Richter Jesse Furman war im Jahr 2009 bereits für das Insolvenzverfahren von GM zuständig.

General Motors hatte im Februar und März 2,6 Millionen Autos aus den Jahren 2003 bis 2011 zurückgerufen, weil die Zündschlösser während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalten können. Dies kann etwa dazu führen, dass sich Airbags bei Unfällen nicht öffnen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben; seine Ingenieure sollen bereits ab dem Jahr 2001 von den defekten Zündschlössern gewusst haben.

Mit dem Konstruktionsmangel werden laut GM mehr als 50 Unfälle mit insgesamt 13 Toten in Verbindung gebracht. Verbraucherschützer vermuten deutlich höhere Opferzahlen. Im vergangenen Monat akzeptierte GM wegen der verspäteten Rückrufe die Zahlung einer Geldbuße von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Auch der Kongress und das Justizministerium untersuchen derzeit das Vorgehen des größten Autokonzerns der USA.

Landesweit reichten Anwälte im Namen von angeblich betroffenen GM-Kunden bislang mindestens 74 Klagen ein. Auf das Unternehmen könnten Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen. GM-Chefin Mary Barra hatte in der vergangenen Woche die Verantwortung des Konzerns eingeräumt und versprochen, die Familien der Unfallopfer zu entschädigen. 

GM lehnt juristische Verantwortung ab

Allerdings erklärte der Konzern auch, er sei für Fehler aus der Zeit vor der Insolvenz nicht mehr haftbar zu machen. Nach der Rettung durch die US-Regierung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise sei GM als rechtlich neues Unternehmen aus der Insolvenz hervorgegangen. Schadenersatzforderungen wegen der Zündungsprobleme könnten daher nur gegenüber dem "alten GM" erhoben werden. Damit will sich der Konzern gegen Sammelklagen von Autobesitzern wappnen, die Reparaturkosten oder einen Wertverlust ihrer Fahrzeuge geltend machen. 

Das Richtergremium in New York stimmte am Montag mit GM darin überein, dass das dortige Gericht am besten mit der jüngsten Unternehmensgeschichte vertraut und deshalb der geeignete Ort für das Verfahren sei. Außerdem werde die Zusammenlegung der Klagen Kosten sparen und eine einheitliche Entscheidung ermöglichen.