Opel hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall über die Abfindungen für die etwa 3.300 Beschäftigten des Bochumer Automobilwerks geeinigt. Alle Details seien in einem Sozialtarifvertrag geklärt und juristisch belastbar formuliert, teilte die Rüsselsheimer GM-Tochter mit. 

Die Höhe der Zahlungen bezifferte Opel nicht. Im Mai war aus Unternehmenskreisen zu erfahren, dass der Autobauer für die Kosten rund um den Abbau der Arbeitsplätze mehr als eine halbe Milliarde Euro kalkuliert. Das Geld soll für Abfindungen an die Mitarbeiter sowie für die Finanzierung einer Transfergesellschaft und für Vorruhestandsregelungen verwendet werden.

Festgeschrieben wurde in dem Vertrag auch, dass das Warenverteilzentrum bis 2020 in Bochum bleibt. Die Zahl der Arbeitsplätze dort wird um 265 auf etwa 700 erhöht. Opel stellt zudem sicher, dass die Lehrlinge ihre Ausbildung abschließen können.

Opel-Mitarbeiter verweigerten Sanierungsplan

General Motors hatte nach einem monatelangen Streit im Frühjahr 2013 entschieden, das Werk in der Ruhrgebietsstadt Ende 2014 zu schließen. Die Bochumer Opel-Mitarbeiter hatten dem Sanierungsplan des Managements ihre Zustimmung verweigert.  

Als einzige Belegschaft in Deutschland hatten sie mehrheitlich gegen einen mit der IG Metall ausgehandelten Tarifvertrag gestimmt. Im Gegenzug für Zugeständnisse der Beschäftigten hatte Opel angeboten, die Fahrzeugfertigung erst Ende 2016 zu schließen. Dies lehnte der Betriebsrat ab und hoffte, so die Schließung zu verhindern. Die Konzernspitze in Detroit ließ sich jedoch nicht erweichen. 

Das Aus für die traditionsreiche Bochumer Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das defizitäre Europageschäft Mitte des Jahrzehnts in die Gewinnzone zu bringen.