Im Untreue-Prozess gegen ehemalige Vorstände der HSH Nordbank hat das Hamburger Landgericht die Angeklagten überraschend freigesprochen. Die Vorstände um den damaligen Finanzvorstand Dirk Jens Nonnenmacher hätten ihre Pflichten nicht vorsätzlich verletzt, als sie in der aufziehenden Finanzkrise per Eilentscheid die umstrittene Omega-Transaktion beschlossen, befand die Wirtschaftsstrafkammer.

Die Kosten für den Prozess trage die Staatskasse.

Das umstrittene Kreditgeschäft namens Omega 55 der HSH Nordbank segneten Ende 2007 die Vorstände ab. Damals waren die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein und die französische BNP Paribas eine zweiteilige Transaktion eingegangen. Die HSH übertrug an die BNP Paribas Immobilienkredite von rund zwei Milliarden Euro und zahlte dafür eine Versicherungsprämie. Im Gegenzug investierte die HSH bei der BNP in neuartige Finanzprodukte.

Das Geschäft sollte die Bilanz der Bank entlasten. Die HSH wollte über diesen Weg von den Ratingagenturen gute Bewertungen erhalten – für einen angestrebten Börsengang.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, grob pflichtwidrig gehandelt zu haben. Sie hätten die Risiken des Kreditgeschäfts nicht abschätzen können.