Die Mitarbeiter der Warenhauskette Karstadt müssen auf Weichenstellungen zur Zukunft des Unternehmens warten. Die für Donnerstag angesetzte Aufsichtsratssitzung ist abgesagt worden, wie Karstadt am Dienstag mitteilte. Es solle zunächst die Entscheidung der Kartellbehörde zur Übernahme des Konzerns durch die Signa-Holding des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko abgewartet werden. Erst nach der Freigabe des Geschäfts werde ein neuer Termin für die Sitzung festgelegt.

"Wir werden die Sanierung der Karstadt Warenhaus GmbH zügig und entschlossen angehen. Aber wir können der Entscheidung der Kartellbehörde nicht vorgreifen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Fanderl.   

Wichtige Personalentscheidungen werden jedoch bereits jetzt getroffen: Interimschef und Personalvorstand Kai-Uwe Weitz muss das Unternehmen verlassen. Übergangsweise übernehme Finanzvorstand Miguel Müllenbach den Verantwortungsbereich des Arbeitsdirektors und leite damit die Geschäfte zunächst alleine, teilte Karstadt mit. Die Trennung erfolge mit beiderseitigem Einverständnis.

Der bisherige Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hatte seine Anteile in der vergangenen Woche an den österreichischen Immobilien-Investor Benko und dessen Signa-Gruppe abgegeben. Die Übernahme wurde am Freitag beim Bundeskartellamt angemeldet, bislang legte die Behörde aber noch keine Prüfungsfrist fest. Im schnellsten Falle könnte die Genehmigung bis Mitte September erfolgen. Dringende Entscheidungen über die Sanierung waren bereits nach dem abrupten Abgang von Firmenchefin Eva-Lotta Sjöstedt Mitte Juli verschoben worden. Ursprünglich sollte sich der Aufsichtsrat bereits Ende vergangenen Monats mit der Zukunft des Unternehmens beschäftigen.

Mitarbeiter fürchten, dass der neue Investor im Zuge der Übernahme weitere Stellen streicht und Standorte schließt. Der neue Eigentümer Benko müsse "zuallererst" ein vernünftiges Konzept vorlegen und den "Zustand der permanenten Verunsicherung" beenden, forderte daher ein Gewerkschaftsvertreter aus dem Aufsichtsrat.