Die Lufthansa-Tochter Germanwings hat für Freitag einen Streik angekündigt, der von 6 bis 12 Uhr dauern soll. Von den 164 Flügen an allen deutschen Flughäfen in diesem Zeitraum werden  116 gestrichen, wie Germanwings mitteilte. Das seien 70 Prozent aller planmäßigen Flüge. Etwa 15.000 Passagiere könnten daher wegen des Streiks der Pilotengewerkschaft ihren Flug nicht antreten.

Betroffen seien vor allem innerdeutsche Flüge. Die Verbindungen in Urlaubsgebiete sollen stattfinden. Dafür setze Germanwings auch Piloten ein, die sonst im Management der Airline tätig sind. Zudem sollen von anderen Gesellschaften Flugzeuge gemietet werden.   

Die Lufthansa-Tochter bat alle Fluggäste, auf der Homepage von Germanwings den aktuellen Status ihres Fluges zu prüfen. Dort würden die neuesten Informationen regelmäßig veröffentlicht. Bei abgesagten Flügen könnten die Betroffenen ihren Flug kostenlos stornieren oder umbuchen.

Außerdem können die Passagiere betroffener Flüge auf die Bahn umsteigen. Die Lokführer würden ihren Dienst wie vorgesehen antreten, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, dem Radiosender hr-info. GDL und Cockpit wollen sich bei ihren Streikmaßnahmen künftig abstimmen, um Passagieren, deren Flug ausfällt, eine Ausweichmöglichkeit zu geben. 

Streit um die Übergangsrente

Grund für den Streik sind die gescheiterten Verhandlungen zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über eine Neuregelung der Übergangsrente. 

"Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können", sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens. Sie warf der Gewerkschaft vor, der Streik sei bereits beschlossene Sache gewesen. Es sei nicht realistisch, über ein neues Modell für eine zukunftsfähige Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine Einigung zu erzielen. Dass Cockpit kurz vor Beginn der Verhandlungen den Streik angekündigt und damit ein Ultimatum für den Abschluss eines Tarifvertrags gesetzt habe, sei nicht nachvollziehbar.

Streitpunkt im Tarifkonflikt ist momentan eine Übergangsrente für die 5.400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben. Die Piloten des Konzerns hatten bereits Anfang April mit einem dreitägigen Streik Europas größte Fluglinie weitgehend lahmgelegt.