Die Pilotengewerkschaft Cockpit verzichtet auf den für Dienstag geplanten Streik bei der Lufthansa. Die Lufthansa-Geschäftsleitung habe einen veränderten Vorschlag zur Regelung des Frühruhestands übermittelt, teilte die Gewerkschaft mit. Aus diesem Grund habe man beschlossen, "die morgige Arbeitskampfmaßnahme nicht durchzuführen", so die Mitteilung. Stattdessen sollen neue Gespräche mit der Geschäftsführung folgen. 

Neue Streiks sind noch nicht vom Tisch. "Ob es gelingt, die Arbeitskampfmaßnahmen dauerhaft abzuwenden, ist derzeit noch nicht absehbar", schreibt die Gewerkschaft. Grundsätzlich zeigt sich die Vereinigung Cockpit aber zu einer Einigung bereit.      

Die im Zentrum des Streits stehende Übergangsversorgung erlaubt es den Piloten bisher, ab 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Dabei erhalten sie in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen, Cockpit lehnt dies bisher ab.

Die Lufthansa wollte die ursprünglich angekündigte Arbeitsniederlegung, die Langstreckenflüge zwischen 9 und 17 Uhr treffen sollte, ins Leere laufen lassen und sämtliche 40 Verbindungen anbieten. Dabei hätten die Passagiere allerdings mit erheblichen Verspätungen rechnen müssen.

Der Streik wäre der vierte Ausstand in der aktuellen Auseinandersetzung zwischen den Piloten und Lufthansa gewesen. Am 28. August war zunächst die Lufthansa-Tochter Germanwings bestreikt worden, am 5. September wurden Kurz- und Mittelstreckenflüge der Konzernmutter bestreikt, am 10. September konzentrierten sich die Arbeitskampfmaßnahmen auf den Flughafen München. Insgesamt fielen seit Ende August rund 475 Flüge aus. Auch Anfang April hatte es bereits einen dreitägigen Ausstand gegeben. Damals waren etwa 3.800 Flüge ausgefallen.