Der ostdeutsche Fahrradhersteller Mifa ist ein Fall für den Insolvenzrichter. Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG mit Sitz in Sangerhausen habe Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung beim Amtsgericht Halle gestellt, teilte das Unternehmen mit. Mifa wolle weiter an seiner Restrukturierung arbeiten, das operative Geschäft laufe weiter.

Mifa hat von den deutschen Fahrradproduzenten den größten Absatz. Die Firma beschäftigt etwa 800 Mitarbeiter. Dem Fahrradhersteller drohte schon seit Längerem die Pleite, Anfang des Jahres waren Fehler in der Bilanz entdeckt worden.  

Die Rettung sollte ein Schuldenschnitt und eine Übernahme durch den indischen Investor Hero bringen. Im August hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass Hero Cycles mit mindestens 15 Millionen Euro als Teilhaber einsteigt. Einer der Hauptabnehmer ist Aldi. 

Der Finanzunternehmer und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer war vor gut zwei Jahren mit 28 Prozent zum größten Aktionär des Sangerhäuser Fahrradbauers aufgestiegen. Im Zuge eines Kapitalschnitts sollten die bisherigen Anteilseigner weichen.

Die 1907 gegründete Firma war schon vor der Wende einer der großen Hersteller in Ostdeutschland. Das 1967 erstmals hergestellte Klappfahrrad wurde zum Renner. Nach der Übernahme durch die Treuhand wurde es auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen 2000 profitabel. 2004 baute Mifa erstmals mehr als 500.000 Räder.