ZF Friedrichshafen schluckt seinen US-Konkurrenten TRW Automotive für umgerechnet 9,6 Milliarden Euro. Ein entsprechendes Angebot des süddeutschen Getriebeherstellers wurde von der TRW-Führung einstimmig angenommen. Sollten die Aktionäre und Regulierungsbehörden zustimmen, ist dies der größte Zusammenschluss in der Branche seit der Übernahme von Continental durch Schaeffler vor sechs Jahren.  

Für die Deutschen hätte die Fusion weitreichende Auswirkungen: Durch die Übernahme würde ZF auf einen Schlag zu einem der größten Autozulieferer weltweit werden. Zusammen verfügen ZF und TRW über einen Umsatz von 41 Milliarden Dollar und 138.000 Beschäftigte.

TRW stellt in der Hauptsache Sicherheitsprodukte wie Airbags, Gurte, Brems- oder Fahrerassistenzsysteme her und ist außerdem im Bereich der Elektrolenkung aktiv. ZF Friedrichshafen ist bisher vor allem auf Antriebe und Fahrwerke spezialisiert.

Finanziert wird die Übernahme in einem ersten Schritt mithilfe von Bankkrediten. In einem zweiten Schritt sollen weitere Banken eingebunden und auch Anleihen ausgegeben werden. Unter Verweis auf das erwartete Wachstum will ZF seinen Verschuldungsgrad dann in den kommenden Jahren wieder erheblich senken. Zuletzt war das an der Börse notierte Unternehmen TRW deutlich profitabler als ZF, das zu großen Teilen der Zeppelin-Stiftung gehört.