Wegen der Streichung von Boni muss die Deutsche Bank einem Zeitungsbericht zufolge eine Abwanderung von Händlern hinnehmen. Die Bank plane, Händlern in Spitzenpositionen künftig keine Boni und weitere Sondervergütungen mehr zu zahlen, wenn sie "für Unruhe sorgten" oder nicht teamfähig seien, berichtete die Financial Times.

Daher würden Banker die Deutsche Bank verlassen und stattdessen in weniger regulierten Bereichen wie etwa bei Hedgefonds anheuern, hieß es weiter. Die Deutsche Bank war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Deutschlands größtes Geldinstitut ist in eine Reihe von Skandalen verstrickt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten dürften zum Jahresende bei etwa drei Milliarden Euro liegen, deutete der Vorstand mehrfach an.

Unter anderem steht noch eine Strafe der angelsächsischen Regulierer wegen Tricksereien bei Referenzzinsen aus. Einzelne Händler hatten den Ermittlungen zufolge die Zinsen des Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen.

Wie die Financial Times weiter berichtete, erwägt die britische Großbank Barclays ähnliche Schritte wie der deutsche Konkurrent. Ihr Bonus-System war als einer der entscheidenden Faktoren angeführt worden, die den Libor-Skandal auslösten. Barclays wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.