Die Deutsche Telekom muss wegen Marktmissbrauchs in der Slowakei ein Bußgeld von insgesamt 69,9 Millionen Euro bezahlen. Das entschied die EU-Kommission in Brüssel. Im Bruch mit dem EU-Kartellrecht hätten die Unternehmen in der Slowakei mehr als fünf Jahre lang "systematisch ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht", um Wettbewerber von dem slowakischen Markt für Breitbanddienste auszuschließen, begründeten die Brüsseler Wettbewerbshüter den Beschluss.  

Dafür wird eine Strafzahlung von mehr als 38,8 Millionen Euro fällig, für die die Deutsche Telekom zusammen mit der Tochtergesellschaft gesamtschuldnerisch haftet. Das Unternehmen sei als Muttergesellschaft mit maßgeblichem Einfluss auch für das Verhalten ihrer Tochtergesellschaft verantwortlich, hieß es.

Doch der deutsche Mutterkonzern muss als Wiederholungstäter eine zusätzliche Strafe von rund 31 Millionen Euro zahlen, weil die EU-Kommission "Rückfälligkeit" bestrafen will. Die Deutsche Telekom war bereits 2010 wegen einer Margenbeschneidung auf den Breitbandmärkten in Deutschland mit einer Strafzahlung belegt worden. Die nun verhängte Zusatzbuße solle für eine "ausreichende Abschreckung" sorgen.