In der Affäre um Schmiergeldzahlungen bei Panzergeschäften mit dem griechischen Staat sind die Büros des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW) durchsucht worden. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR erfolgte die Razzia auch auf Bitte der Athener Staatsanwaltschaft. Die griechischen Behörden ermitteln im Zusammenhang mit dem Verkauf von 70 Leopard-2-Panzern für 1,7 Milliarden Euro an Griechenland ebenfalls wegen Bestechung und Geldwäsche.

Die Athener Ermittler untersuchen den Angaben zufolge auch den Verkauf der Panzerhaubitze PzH 2000 für knapp 190 Millionen Euro. Sowohl beim Leopard 2 als auch bei der PzH 2000 sollen staatliche Rüstungseinkäufer und Militärbedienstete in Griechenland über Mittelsmänner bestochen worden sein. KMW hat die Vorwürfe stets dementiert.

Den Informationen zufolge hat die Athener Staatsanwaltschaft darüber hinaus Anklage gegen 13 größtenteils ehemalige Mitarbeiter von Rheinmetall und Atlas wegen Beihilfe zur Bestechung erhoben. Hintergrund ist der Verkauf des Luftabwehrsystems Asra durch ein Rheinmetall-Unternehmen sowie um die Modernisierung von U-Booten deutscher Produktion durch Atlas. In beiden Fällen, vermuten die griechischen Ermittler, könnten entscheidende Personen in Griechenland bestochen worden sein.