Die europäischen Staaten haben die Entwicklung der neuen Trägerrakete Ariane 6 beschlossen. Für das Nachfolgeprojekt der erfolgreichen Ariane-5-Rakete sagten die Minister der Mitgliedstaaten der Europäischen Weltraumagentur Esa in Luxemburg rund vier Milliarden Euro zu. Das teilte die französische Staatssekretärin für Forschung, Geneviève Fioraso, mit. Die Entwicklung der Ariane 6 gehört zu einem umfassenderen Beschluss, für den insgesamt acht Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden sollen.

Die Ariane 6 soll erstmals 2020 gestartet werden. Sie soll in der Nutzung flexibler sein als die Ariane 5 und Nutzlasten zwischen fünf und zehn Tonnen ins All bringen können. Mit bewährter Technologie könne so ein eigenständiger, verlässlicher und erschwinglicher Zugang zum Weltraum gesichert werden, hieß es in der Beschlussfassung. Die europäischen Teilnehmerstaaten sagten auch zu, für die Ariane-Starts eine neue Abschussrampe am europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika zu bauen. 

Zwar ist die bisherige Ariane 5 ein zuverlässiger Weltmarktführer für Satellitenstarts. Den Europäern droht jedoch zunehmend Konkurrenz von anderen Anbietern, vor allem aus den USA. Auch die Nachfrage der Kunden für Satellitentransporte verändert sich. Die Ariane-6-Rakete soll mittlere und große Satelliten befördern, die weiterentwickelte Vega-Rakete kleinere Satelliten. Für das Entwicklungsprogramm müssten die 20 Esa-Mitgliedsländer und Kanada 3,8 Milliarden Euro aufbringen.

Bei dem ehrgeizigen Zukunftsplan geht es vor allem auch darum, Mitbewerber im lukrativen Geschäft des Satellitentransportes abzuwehren. So scheint der Start des Low-Cost-Anbieters SpaceX des amerikanischen Milliardärs Elon Musk den Entscheidungsprozess der Europäer noch beschleunigt zu haben. Lange hatten Deutschland und Frankreich gestritten, wie die Raketenentwicklung weitergehen solle. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte nun vor wenigen Tagen einen zusätzlichen deutschen Beitrag zur Ariane 6 von jährlich mehr als 60 Millionen Euro angekündigt.