Der britische Ölkonzern BP muss die Schadenersatzforderungen wegen der Havarie der Ölplattform Deepwater Horizon in vollem Umfang begleichen. Der Supreme Court, der oberste Gerichtshof der USA, lehnte eine Berufungsklage des Konzerns gegen eine Schadenersatzvereinbarung aus dem Jahr 2012 ab.

BP hatte die Vereinbarungen zum Ausgleich von Schäden durch den Untergang der Ölbohrinsel und die folgende Ölpest zwar unterzeichnet. Die Gerichte der unteren Instanzen hätten die Vereinbarung allerdings zum Nachteil des Unternehmens ausgelegt, argumentierte der Konzern.  

BP hatte das Gericht aufgefordert zu prüfen, ob unter den Antragstellern auf Schadenersatz auch Personen oder Unternehmen sind, die von der Ölkatastrophe gar nicht betroffen waren. Die Obersten Richter wiesen diese Einwände kommentarlos zurück.

Das Abkommen zwischen BP und den Anwälten von Geschäften und Anwohnern sieht keine Obergrenze für die Summe der Ersatzleistungen vor. Allerdings war der britische Konzern zunächst davon ausgegangen, dass er die Forderungen mit einer Gesamtsumme von 7,8 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) begleichen könne. Mittlerweile sieht sich BP jedoch außerstande, noch eine verlässliche Schätzung darüber abzugeben, wie viel Geld die Vereinbarung letztlich kosten wird.

BP kündigte an, trotz der Entscheidung des Supreme Courts weiter dagegen anzukämpfen, dass Entschädigungen nicht zu Unrecht eingefordert würden. Die Anwälte der Gegenseite werteten den Gerichtsbeschluss dagegen als großen Sieg für die von der Ölpest betroffene Golfregion. 

Bei der Katastrophe im April 2010 war die Plattform Deepwater Horizon nach einem Brand gesunken, elf Arbeiter kamen ums Leben. 87 Tage lang lief Öl in den Golf von Mexiko, insgesamt fast 800 Millionen Liter. Es war die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte.