Die Deutsche Telekom verhandelt angeblich mit dem Konzern Axel Springer über einen Verkauf des Portals T-Online. Es gebe schon Gespräche zwischen Spitzenmanagern beider Unternehmen, berichtete die Wirtschaftswoche am Samstag vorab. Die Gespräche befänden sich aber noch "in einem sehr frühen Stadium". Auch Spiegel Online berichtete, aus Unternehmenskreisen eine Bestätigung der Pläne erhalten zu haben. Von der Telekom und Axel Springer waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

Glaubt man den Berichten, steht offenbar schon fest, dass T-Online verkauft werden soll. Das Portal ist nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof) das reichweitenstärkste Onlinemedium in Deutschland. Weil auch die zu Axel Springer gehörende Internetseite der Bild-Zeitung, bild.de, eine der meistgenutzten Nachrichtenseiten ist, müsste der Kauf von T-Online durch den Medienkonzern laut Wirtschaftswoche vom Bundeskartellamt geprüft werden. Ungewiss ist offenbar noch, ob neben dem Portal weitere zu T-Online gehörende Aktivitäten veräußert werden, zum Beispiel der E-Mail-Dienst.

Axel Springer ist mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2013 der zweitgrößte deutsche Medienkonzern hinter Bertelsmann. Das Unternehmen hat das Ziel ausgegeben, zum weltweit führenden "digitalen Verlag" zu werden. Im vergangenen Jahr wurde schon die Hälfte des Umsatzes mit Onlineaktivitäten erwirtschaftet. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten sie im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf rund 2,177 Milliarden Euro zu.

Zu Axel Springer gehören neben Nachrichten-Portalen unter anderem auch das Karrierenetzwerk Stepstone, die Immobiliensuchseite Immonet und die Autovermittlungsseite Autohaus24. Allein das Rubrikengeschäft mit Wohnungs- und Jobanzeigen erzielte in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Umsatzplus von gut 20 Prozent. Die Telekom hingegen will aus dem Mediengeschäft aussteigen. Der Konzern verkaufte darum im Sommer den Musikdienst Musicload.