Der Ölkonzern Shell zahlt Fischern im nigerianischen Nigerdelta eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 55 Millionen Pfund (etwa 70 Millionen Euro). Darauf verständigte sich das Unternehmen mit der Kommune Bodo, wie beide Seiten mitteilten. Damit ist der dreijährige Rechtsstreit über die Folgen von zwei Ölkatastrophen beigelegt.

Aus zwei Pipelines waren 2008 insgesamt 500.000 Barrel Öl ausgelaufen und hatten die Umwelt verschmutzt. Shell hatte im Jahr 2011 seine Verantwortung eingeräumt.

Die Zahlung ist der höchste außergerichtliche Vergleich, der wegen einer Ölpest in Nigeria je ausgehandelt wurde. Ein Prozess vor dem Obersten Gericht in London, der im Mai 2015 hätte beginnen sollen, wurde somit abgewandt.

Royal Dutch Shell hatte umgerechnet 38 Millionen Euro angeboten, die Geschädigten forderten mindestens das Zehnfache. Nun zahlt die nigerianische Tochter des Unternehmens, SPDC, den Fischern der südnigerianischen Stadt Bodo insgesamt 35 Millionen Pfund (etwa 44,6 Millionen Euro), 20 Millionen Pfund (25,5 Millionen Euro) erhält die Gemeinde. SPDC verpflichtete sich zudem zur Reinigung der verschmutzten Gebiete, die in zwei bis drei Monaten beginnen soll.

Jeder betroffene Fischer erhält demnach 2.200 Pfund – etwa 2.800 Euro –, was der Zahlung des nigerianischen Mindestlohns über einen Zeitraum von rund drei Jahren entspricht.

Nigeria ist größter Ölproduzent Afrikas

Nach Angaben der Anwälte der Betroffenen verschmutzte auslaufendes Öl im Jahr 2008 zwei Mal die Umwelt so sehr, dass Bauern und Fischer ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt wurden. Demnach liefen insgesamt rund 600.000 Barrel Öl aus.

Nigeria ist der größte Ölproduzent Afrikas. Dennoch leben die meisten Bewohner des ölreichen Nigerdeltas in bitterer Armut.