Der frühere Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld ist zum neuen Chef des Hauptstadtflughafens bestimmt worden. Das teilte der Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Ein Datum nannte er zunächst nicht. Die Entscheidung im Aufsichtsrat sei mit großer Mehrheit gefallen. Der neue Topmanager soll für die Fertigstellung des krisengeplagten Projekts Hauptstadtflughafen sorgen.

Der 51-jährige Mühlenfeld war früher in der Entwicklungsabteilung des Triebwerksherstellers Rolls-Royce tätig. Erst Anfang Februar hatte er eine neue Stelle als Entwicklungschef für Zentral- und Osteuropa bei Bombardier angetreten.

Auch wenn der Aufsichtsrat bei der Flughafengesellschaft formal den Geschäftsführer bestimmt: Zunächst mussten sich die drei Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg auf eine Personalie einigen. Mühlenfeld galt als Kandidat der Gesellschafter Brandenburg und Berlin. Fraglich war bis zuletzt, ob auch der Bund als dritter Eigentümer der Berufung Mühlenfelds zustimmen würde.

Neben Mühlenfeld kursierten im Vorfeld auch andere Namen für die Mehdorn-Nachfolge, so etwa der Manager Michael Clausecker. Er war bis zum vergangenen Sommer Deutschlandchef bei Bombardier.

Im Dezember hatte Hartmut Mehdorn seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er begründete den Schritt mit Spekulationen um seine Person im Umfeld des Aufsichtsrats, die das vertretbare Maß überstiegen. Er hatte angeboten, den Posten so lange auszufüllen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Spätestens Ende Juni wollte er den Chefposten aufgeben.

Kurz vor seiner Ankündigung hatte Mehdorn einen Zeitplan für die Eröffnung des Hauptstadtflughafens präsentiert. Demnach soll der BER in der zweiten Jahreshälfte 2017 in Betrieb gehen.