Die teilweise verstaatlichte Commerzbank kann die Boni für ihre Führungskräfte nicht wie geplant erhöhen. Das Vorhaben, die Obergrenze für Sonderzahlungen von 100 auf 200 Prozent des Grundgehalts zu verdoppeln, scheiterte in der Hauptversammlung in Frankfurt am Veto des Bundesfinanzministeriums.   

Der Bund ist seit der Rettung der Commerzbank in der Finanzkrise 2008/2009 Großaktionär der Bank. Mit einem Stimmrechtsanteil von 17 Prozent konnte der Bund die Regelung allein blockieren, da nur gut 45 Prozent der Commerzbank-Aktionäre auf der Hauptversammlung anwesend waren. Der Beschluss hätte eine Dreiviertel-Mehrheit erfordert.

Die Commerzbank wollte neue EU-Vorgaben voll ausschöpfen. Seit 2014 darf der Bonus für Banker grundsätzlich nur noch so hoch ausfallen wie deren fixe Bezüge. Nur wenn die Aktionäre zustimmen, darf der Bonus maximal das Doppelte des Grundgehalts betragen. Die Deutsche Bank hatte sich diese 2:1-Regelung im vergangenen Jahr von ihren Eigentümern genehmigen lassen, die Commerzbank wollte nun nachziehen. Die Neuregelung hätte bei der Commerzbank aktuell für 210 Führungskräfte unterhalb des Vorstands und der Top-Händler gegolten.  

Höhere Boni nur für den Vorstand

Dagegen ging die Erhöhung der Bonus-Obergrenze für den Vorstand mit fast 99 Prozent Zustimmung durch. Die Mitglieder des Gremiums können nun künftig maximal 140 Prozent ihres Grundgehalts als variable Vergütung zusätzlich kassieren – vorausgesetzt, die Bank erreicht ihre Geschäftsziele. Damit sei jedoch keine Gehaltserhöhung verbunden, sagte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller. 

Unbegrenzte Boni hatte die EU als Lehre aus der Finanzkrise unterbunden, Kritiker sehen hohe Boni aber weiterhin als Anreiz für riskante Geschäfte. Vorstandschef Martin Blessing hatte erklärt, im Falle einer Ablehnung der höheren Bonus-Grenzen könnte die Commerzbank gezwungen sein, einzelnen Mitarbeitern höhere Grundgehälter zu zahlen. Dann habe das Institut aber in schlechten Zeiten weniger Flexibilität, um Personalkosten zu senken.

Im Tagesgeschäft machte die Commerzbank zu Jahresbeginn trotz extrem niedriger Zinsen weiter Fortschritte. Der Überschuss stieg von 200 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 366 Millionen Euro.