Die Deutsche Bahn will mit einer umfassenden Konzernreform in den kommenden fünf Jahren 610 Millionen Euro einsparen. Vor allem in der Verwaltung und der Unternehmensleitung wolle Bahnchef Rüdiger Grube die Kosten durch Einschnitte senken, berichtet die Welt am Sonntag. Noch im Juli soll Grube den von ihm angekündigten "grundlegenden Umbau des DB-Konzerns" ausformulieren, vom Aufsichtsrat absegnen lassen und der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Pläne sehen nach Informationen der Zeitung eine "umfassende Bündelung und Verschlankung" des Konzerns und seiner Strukturen vor. Letztlich stünden alle Sparten auf den Prüfstand, auch das Logistikgeschäft, vor allem aber der Personenfern- und Güterverkehr. Die Deutsche Bahn wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur stellte Grube die Eckpfeiler seiner Reform bereits am Mittwoch dem Aufsichtsrat vor. 

Der Fernverkehr der Bahn leidet unter der starken Konkurrenz durch die Busanbieter. Auch der Schienengüterverkehr läuft trotz jahrelanger Sanierungsbemühungen unbefriedigend für den Konzern. Der Beitrag der Schienengütertochter zum Konzern-Ebit sei kaum mehr messbar, zitiert die Welt am Sonntag ein Mitglied des Aufsichtsrates.

Grube denkt laut dem Bericht nun sogar darüber nach, den Vorstand zu verkleinern. Logistik-Chef Karl-Friedrich Rausch geht Ende des Jahres in den Ruhestand. "Der Logistikchef muss nicht unbedingt Konzernvorstand sein", zitierte das Blatt dazu ein Aufsichtsratsmitglied.